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Lust auf Storming!

Es gibt keinen Feierabend im Prozess der repräsentativen Öffnung von Institutionen, denn die Bevölkerung ist stets im Wandel und die Barrieren sind vielfältig. Unter dem Titel "Repräsentations-Lücke" leistet Diskurs am Feierabend vom 20. Mai 2026 einen kleinen Beitrag zur Verständigung, auf was es ankommt und wie "Leben in uneindeutigem Zustand und die Gestaltung einer unklaren Zukunft" (Terkessides, M. 2010) funktionieren kann. 

Die Erwachsenenbildung ist gemäß der Teilnahmezahlen der größte Bildungsbereich in Österreich.  In der Erwachsenenbildung geht es darum Kompetenzen, Fähigkeiten und Kenntnisse zu verbessern. Gerade im informellen Bereich wird es schwammig, was das alles sein kann und wer dafür ein Bildungsanbieter ist? Erwachsenenbildung geschieht unter unterschiedlichen Bezeichnungen und wird von unterschiedlichen Initiativen getragen. Die Freiwillige Feuerwehr, der Fußballclub, viele Community-Projekte und anerkannte Bildungsträger. Die einen versehen mit einer Basisförderung für ihr insitutionalisiertes Bildungsprogramm, die anderen mit sehr viel ehrenamtlichen Engagement und Projektfinanzierung. 

 

Die Entstehungsgeschichte und Motivation der Initiativen spiegeln sich in deren Programmen aber v.a. in den Teilnehmenden wider. Ungleich ist, wie sich die Initiativen, die sich in erster Linie der Erwachsenenbildung verschrieben haben, in Bezug auf ihre Finanzierung erhalten. Zwei Typen sind auszumachen: 

  1. Bildungseinrichtungen, die sich aus der Geschichte entwickelt haben, oft im österreichischen Machtgefüge eingebettet sind, stark institutionalisiert sind und von der öffentlichen Hand subventioniert.  
  2. Grassroot - Projekte gegründet und geführt von Menschen aus „communities“ wie z.B. Schwarze Frauen Community. Projektfinanziert, Spendenfinanziert oder/und viel Ehrenamt erhalten.

Wenn in ersteren Einrichtungen nicht alle Menschen in Österreich Zielgruppe sind, dann ist das problematisch im Sinne der Gleichberechtigung und Ressourcenverteilung. 

 

Das Verhältnis der Zusammensetzung in der Bevölkerung spiegelt sich in keiner Weise in den Institutionen wider – egal ob wir uns den öffentlichen Rundfunk ansehen, die Politischen Parteien, die Verwaltungen oder Bildungseinrichtungen. Die Repräsentations-Lücke kann in Österreich überall nachvollzogen werden. Sie gilt für junge Menschen, Menschen mit Behinderungen, sozial benachteiligte Menschen - aber eben auch Menschen mit sichtbarer Migrationsbiographie. Das Erreichen von Zielgruppen korreliert oft mit den spezifischen Mitarbeitenden in den Institutionen. 

 

Farah Saad und Persy-Lowis Bulayuni von Wir sind auch Wien beschreiben Barrieren, die ausgrenzend wirken u.a. geht es um die persönliche Vorstellungskraft, Netzwerke, Kontexte oder auch Komfortbarrieren. Es geht einerseits um Strukturen, die ausschließend wirken und andererseits viel um persönlich wahrgenommene Hindernisse.

 

Farah und Persy erzählen hier über den Verein Wir sind auch Wien und was ihnen wichtig ist: 

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Im Weltcaféformat diskutieren die Teilnehmenden hands-on wie Ausgrenzende Mechanismen funktionieren, welche Aufgaben instutionalisierte Erwachsenenbildungseinrichtungen in der Gesellschaft übernehmen müssen und welche kurz- und mittelfristigen Maßnahmen es zur Öffnung gäbe. 

 

Dass Teams auch sehr gut divers funktionieren können, erzählt Alberta Sinani von Fremde werden Freunde. Dass das nicht immer leicht ist und viel Kommunikationsarbeit erfordert verschweigt sie nicht. Verständnis für unterschiedliche Stile des Arbeitens ist gefragt. Auch Fremde werden Freunde erreicht nicht alle - eindeutig beschreibt Alberta den Zusammenhang zwischen den Mitarbeitenden und den erreichten Zielgruppen. 

 

Alberta nachzuhören über die Initiative Fremde werden Freunde: 

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Das Plädoyer des Nachmittags lautet Berührungsängste abzubauen und keine Angst vor den Stormingphasen zu haben. Das gehört auf dem Weg zur Interkultur dazu. M. Terkessides (2010) bezeichnet Interkultur als übergreifendes Prinzip der Organisationen. Dabei übersetzt er „Interkultur“ als „Kultur-im -Zwischen“. Es ist gleichzeitig Ausgangspunkt und Prozess. Leben in uneindeutigem Zustand und die Gestaltung einer unklaren Zukunft.

 

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Weiterdiskutieren im Forum "Diskurs am Feierabend" am 24.06. zum Thema Asyl- und MIgration, am 22.07. zum Thema Wohnen und Immobilien sowie am 16.09. zum Thema Menschenrechtskonformer Strafvollzug. 

 

 

Wir sind auch Wien

Fremde werden Freunde

 

Mark Terkessides (2010) "Interkultur"

 

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