Seitenbereiche:
  • zum Inhalt [Alt+0]
  • zum Hauptmenü [Alt+1]

Hauptmenü schließen
  • Home
  • blog
  • Veranstaltungen
  • Schwerpunkte
  • über uns
  • Newsletter
  • AGBs
  • Impressum
  • Datenschutz
Hauptmenü:
  • Home
  • blog
  • Veranstaltungen
  • Schwerpunkte
  • über uns
  • Newsletter

Hauptmenü anzeigen
Inhalt:
Mercosur und der Eurozentrismus im österreichischen Rundfunk - Bauer ist nicht gleich Bauer

Es ist der 9.1.2026 – mehr als 20 Jahre nach den ersten Verhandlungen stimmt eine nötige Mehrheit der EU-Staaten dem  Freihandelsabkommen Mercosur zu. Ich höre das Ö1 Mittagsjournal während ich meinen oberen Rücken stärke - begleitet von einer stets gutgelaunten Mittfünfzigerin aus Bad Tölz auf ihrem youtube-Kanal: „Hallo ich bin‘s wieder …“.  Wer schon mit ihr geturnt hat, weiß, von wem ich spreche. ;-)

Seit Tagen oder Wochen oder bereits Monaten werden verstärkt Nachrichtenbeiträge über das Mercosur-Abkommen im österreichischen Rundfunk eingespielt. Allerdings ging es in meiner Wahrnehmung kein einziges Mal um die Auswirkungen, die mit dem Freihandelsabkommen Mercosur in Südamerika zu erwarten sind. Kein:e Auslandskorrespondent:in wurde aus Buenos Aires oder Brasilia geschweige denn aus Montevideo zu den positiven und negativen Auswirkungen des Abkommens für Wirtschaft, Bevölkerung und Umwelt zugeschaltet.

 

Dominant ist die Berichterstattung zur europäischen Bauernschaft. Das Bild dazu: Traktoren vor dem Pariser Parlament. Die europäischen Bauern fürchten um ihre Konkurrenzfähigkeit, sobald die Agrarindustrie der Mercosurstaaten Rindfleisch und Soja zollfrei einführen dürfen. Zusätzliche Förderungen und Stützungen werden von der EU in Aussicht gestellt – beruhigen aber anscheinend nicht wirklich. Seit die italienischen Bauern allerdings einen Vorteil im zollfreien Export von Wein in die südamerikanischen Länder erkannt haben – was erstaunlich spät der Fall war -, stimmte Italien schließlich für eine Ratifizierung. Ist die Bauernschaft also doch nicht immer einer Meinung? Zählen nur persönliche Vorteile und geben klare Entscheidungen vor?

 

Sind Bauern und Bäuerinnen im 21. Jahrhundert als homogene Gruppe zu sehen? Das geht sich weder in Europa noch in Südamerika aus. Die Bezeichnung sollte wohl eher Agrarindustrie und Kleinbäuerinnen sein. Erstere bedienen den Anbau von Cashcrops und im konkreten Fall konventionellen Rindersteaks für den Export. Kleinbäuer:innen hingegen betreiben teilweise Subsistenzlandwirtschaft – Garantie für Unabhängigkeit und Lebensgrundlage –, beliefern lokal(ere) Märkte, wissen um den ökologischen Kreislauf – wenn auch nicht immer und überall Entscheidungen biologisch gefällt werden.

 

Während in den Rundfunknachrichten der Eindruck entsteht, dass Mercosur für Südamerika ausschließlich positiv zu bewerten ist, dürfte de facto der Druck auf Kleinbäuer:innen in Südamerika immens zunehmen. Wachsen die Gewinnmargen auf landwirtschaftliche Exportprodukte, so erhöht sich der Druck auf kleine Landwirtschaften Flächen an Großbetriebe zu verkaufen. Studien sehen auch einen Zusammenhang zwischen Handelsabkommen und dem Abholzen von Regenwaldflächen für den Anbau von landwirtschaftlichen Exportgütern. Der Regenwald ist Lebensraum und Lebensgrundlage von Indigenen und seit vielen Jahrzehnten stark unter Druck. Und – bleiben wir bei persönlichen Vorteilen – durchaus von weltweiter Bedeutung für das Klima.

 

Messen wir in Europa mit zweierlei Maßstäben – ganz gemäß dem MEGA - Prinzip (Make Europe Great Again). Überwiegen die Vorteile von Mercosur für Europa und können wir allfällige negative Auswirkungen auf Einzelne durch finanzielle Zuschüsse ausgleichen, so sind uns negative Auswirkungen auf Umwelt und Bevölkerung in Südamerika egal?

 

Ich sage es mal frei nach Lea Ypi bei ihrer Rede an Europa im Mai 2025: „Make Nothing Great Again“. Es ist keine Basis für Frieden. Und Frieden ist Tatjana*, eine geflüchtete Ukrainerin, und mein größter Wunsch für dieses Jahr und die weiteren Jahre.

 

Und was den öffentlichen Rundfunk betrifft: ich freue mich auf Nachrichten aus dem Ausland, die nicht aktuelle Krisen und Kriege, in denen Trump mitmischen möchte, in den Fokus stellen. Ich freue mich auf Informationen, die uns erkennen lassen, dass im gemeinsamen Interesse von uns (normalen) Menschen weltweit eine gesunde Umwelt und die Wahrung von Menschenrechten die Basis ist und nicht die Profite von Konzernen und (Agrar)Industrie. 

 

*Name geändert.

Umweltinstitut in München

Lea Ypi - Rede an Europa

ÖBV - La Via Campesina

 


Thoughts and Prayers

Stimmen aus dem Team

ist unser neues Format mit dem wir zeigen wollen, wer hinter dem ASH Forum steht und was uns so in unseren Leben beschäftigt.


Dieser Beitrag kommt von unserer Teamleiterin und Bildungsbeauftragten Angelika Neuner.

 

-Angelika.jpg

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Alle Beiträge und vieles mehr findet ihr hier auf unserem Instagram-Kanal.


zurück

top
  • Facebook
  • Instagram
  • YouTube
ALBERT SCHWEITZER HAUS - Forum der Zivilgesellschaft
Schwarzspanierstrasse 13 / 1090 Wien T+43/1/4080695-0
office@ash-forum.at
Öffnungszeiten
Montag 10:00–14:00
Dienstag 10:00–14:00
Donnerstag 10:00–14:00
  • AGBs
  • Impressum
  • Datenschutz
nach oben springen